Sammelkram

Wir schreiben das Jahr 2016 (als Blog hier erst im Januar 2017 eingefügt). Es ist der 04. Januar und winterlich kalt. Zum Abendessen gab es Eier in Senfsoße und ich bin einmal wieder für zwei satt geworden (nicht, weil ich das müsste, sondern weil es geschmeckt hat).

Unvermittelt, ohne geringsten Anlass (wie akute Langeweile oder Schlimmeres) platzte in diese friedlich träge „Ich-bin-satt-heute-geht-nichts-mehr-Idylle“ am späteren Abend ein neues Hobby in meinen Alltag hinein. Dieser Impuls ließ sich, als intern einmal angestoßener Prozess, auch nicht mehr aufhalten.

Wie konnte das passieren?

Mit dieser Frage fühle ich mich gewissermaßen überrumpelt und versuche kopfkratzend eine – nicht nur mir einleuchtende Erklärung zu finden. Und wo bitte versteckt sich die Logik, wenn man ausnahmsweise von ihr eine Antwort verlangt?

Angeblich probierte ich schon im zarten Kindesalter diverse Getränkeflaschen zu öffnen, was möglicherweise mein Faible für Verschlüsse erweckt hat. Unterbewusst versteht sich. 🙂
Die Verlockung besteht zweifelsfrei darin ein Hindernis aus dem Weg zu räumen, um in den Genuss eines sehr begehrten Inhaltes zu gelangen. Tut  man nicht alles für das eigene Belohnungssystem?

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Auf dem Foto (nicht gestellt) wurde ich mit Opas restlichem Bier in flagranti erwischt, nachdem ich erfolgreich dieses störrische Hindernis selbst öffnen konnte. Offenbar war nichts sicher vor mir.
Hier handelte es sich um einen Bügelverschluss, welcher kleinen und zarten Kinderhänden ja auch nicht wirklich anwenderfreundlich entgegen kam.
Wenn ich zu dieser Zeit schon ein Bewusstsein für Erfolgserlebnisse gehabt hätte, ich wäre stolz auf mich gewesen. Ich bin mir jedoch sicher, innerlich habe ich den Stolz schon gespürt. 😉

Damals erahnte noch niemand von denen, die mich lieb haben, dass sich daraus Spätfolgen, wie etwa das Sammeln von bunten Kronkorken ergeben könnten/würden, quasi als unantastbaren Beleg dafür, dass man in der Lage ist erfolgreich an sein Ziel zu gelangen.

Der Bierkonsum ist hier zum Glück nicht das Thema. 😉

Bislang kam ich jedenfalls nie auf die verwegene Idee, irgendwelche Recyclinggegenstände aufzubewahren, denn dafür gibt es doch den gelben Sack. Erst durch das Fotografieren von diversen Bodenfunden in Kronkorkenform erwachte offensichtlich das Unterbewusstsein und in Folge dessen dieser sonderbare Begehr.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mein Instinkt entdeckte den Reiz einer potentiellen Vielfalt von Sammelbarem (nicht nur von Bierflaschen-, sondern auch von anderen Getränkeflaschen-Kronkorken). Es gibt eine derartig kreative Fülle an Kronkorken-Motiven, dass es einfach nur Spaß macht sie zu betrachten. (*)

Und das ist es dann wohl. Mehr Voraussetzung braucht es anscheinend nicht, um ein neues Hobby in seinem Leben begrüßen und finanzieren zu dürfen. 😉

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(Meine erste, neue Sammlung: Minions-Malzkronkorken von 2015)

Seit meine Recherche im Internet ergeben hat, dass man abertausende verschiedene bunte Deckel aus allen Ländern sammeln kann, setzte das den Prozess des Habenwollens in Gang, obwohl man gerade nach einem Renoviermarathon auf einem guten Weg war, sich von unnötigem Ballast in den eigenen vier Wänden zu befreien.

Nun muss ich erst einmal herausfinden, was das neue Hobby überhaupt hergibt, wie dringlich es sich im Laufe der Zeit bemerkbar macht und wo sich die Ergebnisse dessen unterbringen lassen. Dabei nehme ich idealerweise an, dass ich keinesfalls alle Deckel haben kann und werde.

Nur ein paar ganz wenige vielleicht. 🙂

(*) Das impliziert allerdings auch, dass man sie nicht unbedingt selbst besitzen „müsste“  [Achtung, Konjunktiv!], um sie zu betrachten. 😉

Anmerkung 09.06.2017 – Das neue Hobby ruht sich vorübergehend etwas aus. 😉

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